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Malerisch konzept

> In Alter Frische <

In meiner neuen Serie (siehe malerei 01) male ich auf kitschige, alte Bilder.

Warum ich das tue? Alte Gemälde und Drucke landen oft im Keller oder auf dem Dachboden - vor allem wenn sie geerbt sind. Dort existieren sie zwischen den Welten: Ihre Besitzer wollen sie nicht aufhängen, aber auch nicht wegwerfen, und so adoptiere ich die Bilder. Ich staube sie ab, flicke hier und da den Rahmen, und hänge all die Blumen, Landschaften und röhrenden Hirsche in mein Atelier.

Zugegeben, diese Bilder sind kitschig und aus der Mode gekommen. Mir ist bewusst, dass ich den einen oder anderen Zeitgenossen mit so viel Idylle schockiere. Das finde ich zwar super, ist aber nicht mein Ziel.

Ich sehe in diesen Bildern etwas besonderes, das ich gerne mit unserer modernen Welt verbinden möchte. Die Darstellungen stehen aus meiner Sicht für etwas Unspektakuläres und Ursprüngliches, was nicht mehr viel mit unserer unmittelbaren Erfahrungswelt zu tun hat, aber doch untrennbar zu uns gehört.


Am Königssee

In den Gesprächen mit den Besitzern ist mir klar geworden, dass diese Gemälde oftmals eine Art heile Welt darstellen. Ein sicherer Ort, der tagein tagaus, in guten und schlechten Zeiten stoisch und unbeirrt in den Wohnzimmern existiert. Quasi ein Idyll im eigenen Heim, wo die Welt noch in Ordnung ist. Welche Dramen und Freuden sich auch davor abspielen - egal, der See liegt still, der Himmel ist blau und der Hirsch röhrt.

Ich will, dass er weiter röhrt, denn es gefällt mir, diesen Aspekt des sicheren Ortes aufzugreifen und mit der Gegenwart zu verbinden. Ich glaube, dass uns dieser Rückzug in eine heile Welt - ob in der Phantasie oder in der Realität - ab und zu gut tut, um wieder in alter Frische konstruktiv mit unserer ganz und gar nicht heilen Welt umzugehen. Die Herausforderung, genau da einen Menschen aus unserer Zeit mit all den Gegensätzen hineinzusetzen, und beides zu einer Einheit zu bringen, reizt mich sowohl inhaltlich als auch technisch. Die von mir gemalte Person darf in das Bild, darf eine Zeitreise machen, bekommt einen heilen Ort worin sie sich ausruhen und besinnen kann. Auf sich und das, was ihr wichtig ist.

Und das Gemälde bekommt auf seine alten Tage noch einmal eine Chance. Es kann sich zeigen und in alter Frische erstrahlen. Es bekommt durch den Besuch der Person einen neuen Impuls - den es im besten Fall an den Betrachter weiter geben kann.

Am Königssee

> Bild-Wort-Schatz <

Die Bildserie >digital 01-04< basiert auf einem Projekt zum Thema >Anti-Stress-Strategien<. Dabei wurden Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts befragt, was sie tun oder denken, wenn sie gestresst sind und sich wieder zentrieren wollen.

Seit vielen Jahren erweitere ich diesen Bild- und Wortfundus, indem ich weiterhin Visionen, innere Bilder, Träume, sichere Orte, Landschaften, Vorstellungen, Symbole, Strategien, Worte und Sätze von Menschen sammle. All diese Imaginationen und Sprachbilder, aber ebenso die Instruktionen und Schlüsselwörter, welche Menschen nutzen, um sich mental neu auszurichten, habe ich komprimiert, neu interpretiert und teilweise miteinander kombiniert.

Die besondere Herausforderung besteht darin, diesen "unsichtbaren" Erfahrungsschatz sichtbar zu machen und anderen Menschen als freie Inspiration zur Verfügung zu stellen. Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre persönlichen Wörtern und Bilder mitteilen und meinen Bild-Wort-Schatz bereichern.